Der Gubbröra-Männerchor mit Kantorin Maria Blåberg - Foto: Beatrice Rummel
Der Gubbröra-Männerchor mit Kantorin Maria Blåberg - Foto: Beatrice Rummel

Zu Gast bei guten Freunden in Schweden

Welch wundervolle Reise: vertraute Gemeinschaft, intensive Gespräche, beschwingte Gottesdienste, köstliches Essen, ein buntes Programm und eine traumhaft schöne Landschaft erwartete 28 Gemeindemitglieder auf ihrer Busreise nach Kullavik. Der kleine Ort nahe der schwedischen Metropole Göteborg mag zwar 920 km entfernt sein – doch sind uns die Menschen dort sehr nahe.

Vor über 40 Jahren war es Erik Granbom, der den Bau unsere schöne Zionskirche leitete und dem wir unsere langjährige Verbindung zu seiner Heimatgemeinde Kullavik verdanken. Und anlässlich des 40-jährigen Kirchweihjubiläums reiste eine Gruppe aus Dresden in den kleinen Ort an der Westküste Schwedens, um gemeinsam zu feiern. Auch Mitglieder unserer Schwestergemeinden Paul Gerhardt und Annen-Matthäus waren dabei.

 

Am 14. September 2023 standen alle Mitreisenden pünktlich und gewappnet 4.50 Uhr auf dem Parkplatz des Busunternehmens – einzig die Busfahrerin fehlte! Sie steckte mit ihrem PKW in einer Polizeikontrolle fest. Eine halbe Stunde später ging es endlich los. Die Fähre von Rostock nach Gedser um 11:15 Uhr erreichten wir dennoch. Um 19:15 Uhr empfingen uns unsere schwedischen Freunde um Pfarrer Tomas Philipson mit offenen Armen und die alte Vertrautheit war sofort wieder da. Nach einer köstlichen Rote-Linsen-Suppe wurden wir mit einer Andacht in der Kirche willkommen geheißen, bevor wir - auf verschiedene Unterkünfte bei Gasteltern verteilt – müde ins Bett fielen.

Die Kirche in Kullavik

 

Am darauffolgenden Freitag trafen wir uns um 9 Uhr, um nach Varberg zu fahren. Dort ist der Bruder von Tomas Philipson Pfarrer. Nach einer Andacht, die wiederum ganz großartig von unserem Mitreisenden Günter Milde übersetzt wurde, gab es – wie jeden Tag, ganz wichtig! – „Fika“: Bei Kaffee/Tee und köstlichen Zimtschnecken plaudert es sich doch besonders gut!
Am Nachmittag stand eine kurzweilige Führung auf der Festung Varberg an. Mit unserem Guide wurde sie zum Erlebnis: sie erzählte die verworrene Geschichte der Festung ganz interaktiv. So wurde man mal eben zum Ritter von Dänemark oder zum König von Norwegen ernannt. Mit einem unterirdischen Kellergewölbe sowie einer finsteren Gefängniszelle wurden alle schwer beeindruckt.
Zurück in Kullavik wurden wir wieder lecker bekocht im neuen, täglich geöffneten Café der Kirche. Der Abend klang mit einem stimmungsvollen Konzert des Gubbröra-Männerchors aus Kullavik aus, der mit einem breit gefächerten Repertoire internationaler Lieder beeindruckte.

Unser Posaunenchor in der Kirche Varberg und vor der Kirche in Kullavik


Mit einer Andacht in der Kirche der Schwesterngemeinde Släp starteten wir in den Samstag, anschließend war natürlich wieder „Fika“ angesagt. Danach gedachten wir bei einem Rundgang auf dem Friedhof sowohl Erik Granbom, dem Bauleiter unserer Zionskirche, als auch anderen Freunden, die nicht mehr unter uns weilen. Am Nachmittag standen die „Vallda dagen“ an: Auf dem weiträumigen Kirchgelände des benachbarten Vallda gab es ein Fest mit Verkaufsständen, Essen, Ponyreiten und Bühnenprogramm. Nach dem Kirchenchor und zwischen Schülerbands hatten sogar die sechs mitgereisten Mitglieder unseres Posaunenchors die Ehre, auf der Bühne zu spielen. An dieser Stelle herzlichen Dank für die großartige musikalische Begleitung unserer Reise! Und Respekt, mit welch großem Repertoire er unterwegs war!
Im Garten der Kirchgemeinde Vallda pflanzten die Pfarrer Tomas Philipson und Beatrice Rummel außerdem eine Kastanie als Zeichen unserer Freundschaft, bevor es danach mit dem Bus weiter ging. Ein Stück durch den Wald, dann folgte ein kurzer Spaziergang an der traumhaften Küste in Särö – wieder bei herrlichem Sonnenschein. Den letzten Bus-Stopp legten wir in Fjäras Bräcka ein, einer 60 Meter hohen Endmoräne aus der Eiszeit. Auch hier hatte man gute Sicht auf eine beeindruckende Naturlandschaft.
Nach diesem langen Tag hatte das Kirchencafé wieder eine Mahlzeit für uns gezaubert: ein typisch schwedisches Gericht in Tortenform, herzhaft mit Lachs und Sahnesoße. Bei der Abendandacht überreichte Pfarrerin Rummel unsere Gastgeschenke, unter anderem passende Vasen zu den Abendmahls-Geräten, die unsere Schwedischen Freunde im letzten Jahr in Pillnitz gekauft hatten.

Baumpflanzung in Vallda - Kinderspielecke in der Kirche
Gemeindegarten in Vallda - Fjäras Bräcka - Geschenkübergabe

 

Am Sonntag erlebten wir einen stimmungsvollen Festgottesdienst mit Abendmahl in Kullavik, der im Internet gestreamt wurde. Unsere Pfarrerin Rummel hielt die Predigt, die Sie hier nachlesen können.

>> Einen Zusammenschnitt des Gottesdienstes finde Sie hier.

Musikalisch ausgestaltet wurde er von unserem Posaunenchor, der temperamentvollen Kantorin Maria Blåberg am Klavier und Pfarrer Tomas Philipson an der Gitarre sowie von einem Schlagzeuger und einem gemischten Chor. Nach dem Mittagessen in großer Gemeinschaft im Kirchencafé ging es am Nachmittag nach Göteborg – der zweitgrößten Stadt Schwedens. Auf einem Kirchvorplatz genossen wir die großartige Aussicht auf Stadt und Hafen und machten anschließend einen Stopp im „Haga“-Viertel. Die Straßen mit den hübschen alten Holz-Häusern und Cafés luden geradezu zum Flanieren ein. Zu guter Letzt gab es noch einen Halt auf einem großen Platz mit einer großen Poseidon-Statue und dem imposanten Kunstmuseum. 

Zurück in Kullavik, nutzten einige die Zeit am späten Nachmittag, um in einer der schönen Buchten in das etwa 16 Grad kalte Wasser zu springen. Am letzten Abend wurden wir jeweils von unseren Gastfamilien toll bewirtet.

Pflanzen eines Strauchs in Kullavik - Haga-Viertel und Poseidon-Platz in Göteborg -
Schären in Kullavik

 

Voller Dankbarkeit für die wunderschönen Tage bei unseren Schwedischen Freunden, ihre von Herzen kommende Gastfreundschaft und unsere Freundschaft unter Gottes Schild hieß es am Montag, Abschied zu nehmen.
Nach dem Reisesegen am frühen Morgen hielten wir eine letzte Andacht in Kullavik. Bei vielen Küsschen und Umarmungen waren sich alle einig: wir wollen uns bald wiedersehen!