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Fürchtet euch nicht!

Bild: Beatrice Rummel
Bild: Beatrice Rummel

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

2. Mose 14,13

 

Wer heute durch Ägypten reist, sieht überall viele Plakate vom Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi – im Volksmund auch „Pharao“ genannt. Beim Besuch der Pyramiden rückt auch die Geschichte des Volkes Israel mit dem damaligen Pharao Mernephta ins Bewusstsein. Wenn ein Pharao herrscht, dann ist das Land sicher.

 

Freiheit oder Sicherheit – das war der Konflikt, den das Volk Israel nach der Flucht aus Ägypten mit in die Wüste nahm. Viele waren es leid, Ziegel zu brennen. Doch die sichere Aussicht, dass etwas Gutes auf dem Herd steht, musste zurückbleiben.

 

Der Pharao ließ bald seine Streitwagen anspannen. Die ägyptischen Soldaten folgten den Spuren derer, die sich in Freiheit glaubten und sich eigentlich als Sklaven sicherer fühlten. Moses agierte mit tiefstem Gottvertrauen. Voller Zuversicht wies er sein Volk zurecht:

Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

 

Drei Verse weiter erzählt das Kapitel das Schilfmeerwunder – Mose streckt seinen Stab aus und die Wasser teilen sich.

 

Was sich zwischen diesen drei Versen abspielte, lässt sich nur erahnen. Ein wankelmütiges Volk, das eigentlich lieber im Gefängnis des ehemaligen Zuhauses geblieben wäre, soll stehen und schauen – wie es der Herr retten wird.

 

Die bewahrte Ruhe wird in dieser Geschichte zum Beginn der Rettung. Neuanfänge mit Gottvertrauen und einer großen Portion Mut haben später Menschen entdecken lassen, dass die Erde keine Scheibe ist. In diesem Sinne werden wir weiter durch die Zeiten ziehen, müssen uns von Vertrautem lösen und immer wieder auch Neues wagen – frei von Furcht. Dann lässt Gott uns schauen, wie er uns rettet.

 

Eine zuversichtliche Sommerzeit wünscht allen

 

Pfarrerin Beatrice Rummel

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