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Über den Bau der neuen Zionskirche

 

Schon in den frühen Jahren meiner Kindheit wurde bei uns zu Hause oft darüber gesprochen, dass die Baracke womöglich irgendwann durch eine „richtige“ Kirche ersetzt werden könne.

 

Ende der 70er Jahre wurde aus dem erst wagen Gerücht langsam Hoffnung und durch den Grundstückstausch mit der Stadt Gewissheit: Die neue Schwedenkirche kommt.

 

Damit begannen auch schon die ersten Baueinsätze in der Zionsgemeinde. Aus unserer Ruine wurden ebenso wie aus dem im Krieg zerstörten Pfarrhaus der Lukaskirche Ziegel geborgen, von Putzresten befreit und gestapelt. Mit privaten PKWs wurden sie zur Baustelle gefahren und später an untergeordneten Stellen im Sockelgeschoss vermauert. Nachhaltigkeit im vergangenen Jahrtausend.

 

Für die Grundsteinlegung am 5. Juni 1981, die im eher kleinen Rahmen stattfand, wurde ein alter Sandstein aus Zion für die Aufnahme der Dokumente ausgehöhlt. Auch die Sandsteinreliefs im unteren Foyer wurden aus der Zionsruine geborgen.

 

In den folgenden Wochen und Monaten ging es dann zügig voran. Unterstützt wurden die Fachleute des kirchlichen Bauhofs von vielen fleißigen Gemeindegliedern an den Wochenenden, oft auch in der Woche am Abend, aber nie ohne Michael Kanig. Bauleiter war neben Eric Granbom aus Kullavik/Schweden der spätere Baudirektor des Frauenkirchen-Wiederaufbaus Eberhard Burger.

 

 

 

Was war das für ein Fest, als der erste Sattelschlepper mit den Bauteilen eintraf. Es war ja nicht nur das für uns damals weitgehend unbekannte Material, die Schweden hatten ja auch Unmengen an Werkzeug mitgebracht, ahnend, dass es vieles in der DDR nicht oder nur schwer gab.

 

Auch wenn sich die beiden, geradezu klischeehaften schwedischen Monteure öfter dem billigen Dresdner Bier hingaben, wurden sie doch von den quartiergebenden Damen Pötzsch allmorgendlich geweckt und zur Baustelle geschickt, die unter großem Interesse der Südvorstädter bald vollendet wurde.

 

 

Matthias Kuhn

Gemeindemitglied seit 1958

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