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Frieden als Weg

Die Konfirmanden und unsere Junge Gemeinde haben sich Gedanken über die Jahreslosung 2019 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ gemacht und dazu am 26. Mai 2019 einen Gottesdienst gestaltet. Hier das Ergebnis:

 

NACHJAGEN

Wie fühlt man sich, wenn man etwas nachjagt?

Man kann Angst haben, es nicht mehr zu erreichen.

Es ist anstrengend.

Es kann uns verzweifelt machen.

Es kann uns nerven.

Es kann mich aber auch mit guter Hoffnung erfüllen.

Es lässt mich nicht los in meinen Gedanken und Gefühlen,

auch wenn ich es schon aufgegeben habe.

Ich frage mich: Kann ich es erreichen?

Wird es mir entgleiten?

Hat die Jagd jemals ein Ende?

 

Uns ist aufgefallen: Nachjagen braucht Antrieb.

Es braucht etwas, das uns wichtig ist.

 

Wir haben auch darüber nachgedacht:

Was kann es sein, dem Menschen nachjagen?

Dazu ist uns eingefallen:

Es kann Glück und Familie sein,

Status und Anerkennung,

oder Dinge wie Haus und Auto,

oder Wünsche für die Zukunft,

wie Versetzung in die nächste Klasse,

ein Studienabschluss oder Erfolg bei der Arbeit.

 

SUCHEN

Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man etwas sucht und welche

Gedanken kommen uns, wenn wir etwas suchen?

Es ärgert uns, wenn etwas fehlt.

Es kann Spannung, Vorfreude und Neugierde auslösen.

Man fragt sich: Was passiert, wenn ich es nicht finde?

Werde ich Misserfolg haben?

Werde ich enttäuscht sein?

 

Was suchen wir?

Wir suchen, wenn wir etwas verloren haben.

Wir können aber auch etwas suchen, das wir noch nicht hatten.

Wir können nach materiellen Dingen suchen, zum Beispiel nach Schnäppchen.

Und wir suchen nach ideellen Dingen: nach Freunden, einem Partner,

nach Liebe und Gemeinschaft, nach einem Zuhause,

nach dem irgendwo Ankommen und dem Dazugehören,

nach Geborgenheit, Wohlfühlen, Freude und Spaß.

Wir suchen auch nach Wissen und Verstehen.

 

UNFRIEDE

Was ist Unfriede?

Ärger über Dinge, die man nicht ändern kann.

Wenn Menschen beleidigt und ausgegrenzt werden.

Skepsis und Misstrauen unter uns und Fremden gegenüber.

Angst, die zu Hass werden kann,

Unordnung, die nicht mehr in Ordnung gebracht werden kann.

Unordnung gibt es unter Dingen, aber auch unter Menschen in einer Familie,

im Zusammenleben der Menschen eines Landes und

es gibt Unordnung unter Völkern, die nicht mehr zu verstehen ist.

 

Unfriede ist vor allem auch da, wo ich mit mir selbst nicht zufrieden bin,

nicht zufrieden mit meinem Aussehen oder meinem Verhalten

oder meinen Leistungen.

Resignation ist Unfriede.

Unfriede macht uns enttäuscht und missgestimmt.

 

Es gibt also Unfrieden mit mir selbst, zu Mitmenschen,

zwischen Mensch und Natur und unter den Völkern.

 

FRIEDE

Man spricht von negativem Frieden und positivem Frieden.

Negativer Friede ist die Abwesenheit von Krieg,

also noch nicht wirklicher Friede.

Wir haben uns gefragt, was ist wirklicher Friede?

 

Wir haben uns gesagt, wirklicher Friede hat mit

Liebe und Nächstenliebe zu tun.

Aber auch mit Selbstliebe:

dass ich mich selbst annehmen kann.

Ich muss mit mir selbst im Reinen sein,

um mit anderen Frieden zu haben oder zu finden.

 

Friede ist Gemeinschaft, Geborgenheit,

nicht allein sein mit Problemen und Trauer.

Friede ist Freude, Wohlsein, Glück.

 

Echter positiver Friede unter Völkern,

zwischen Menschen eines Landes oder einer Familie

ist Akzeptanz, gegenseitige Achtung,

Vertrauen und gute Zusammenarbeit.

 

Friede braucht Einfühlungsvermögen und Verzeihen,

Verständigung und Vertragen.

 

 

Mahatma Gandhi hat einmal gesagt:

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“